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Geschichte

Der Bau der Kirche

Die Herren Christian und Kaspar Buol vom Hotel Buol (heute Haus Carlton) schenkten der kleinen englischen Gemeinde ein Stück Land. Die Schenkungsurkunde trägt das Datum des 20. September 1878 und ist im Grundbuchamt von Davos Platz eingetragen.
Die Kirche sollte nach den Plänen von Architekt W. Barber aus London unter der örtlichen Bauleitung des bekannten Baumeisters und später Landammanns Gaudenz Issler erstellt werden. Die Baukosten betrugen 3000 Pfund Sterling.
Ein ins Leben gerufenes Baukomitee unternahm grosse Anstrengungen, um die erforderlichen Mittel zum Bau dieser Kirche zu beschaffen.

Über ein besonderes Ereignis berichten die "Davoser Blätter" vom 28. Januar 1882. Eine Photographie zeigt die feierliche Grundsteinlegung zum Kirchenbau am 25 Januar 1882. Das Grundstück war bunt beflaggt mit englischen, amerikanischen, schweizerischen, deutschen und anderen Fahnen, und die Januarsonne schien so heiss vom wolkenlosen Himmel, dass die Festteilnehmer Sonnenschirme aufspannen mussten. Der britische Parlamentarier Evelyn Ashley vollzog den Akt der Grundsteinlegung und erklärte den Stein als "well and truly laid".

Die Einweihung

Am Ostersonntag, 25. März 1883, war der lang ersehnte Tag, an dem die Kirche eröffnet wurde und der erste Gottesdienst stattfand. Es dauerte allerdings noch sechs Monate, bis die Kirche feierlich dem Dienst des allmächtigen Gottes geweiht wurde.
Am 3. September 1883 reiste the Right Rev. Dr. Hellmuth, Bishop of Huron, Canada, über den Flüelapass nach Davos, nachdem er tags zuvor die neue englische Kirche in Tarasp eingeweiht hatte.
Neben der englischen Gemeinde und den Gästen aus vielen Nationen waren auch einheimische Ärzte und Pfarrer zugegen, als der Bischof die feierliche Einweihung von "St. Luke‘s" in aller Form vornahm.
Kein Wunder, dass die neu erbaute Kirche nach "Lukas, dem geliebten Arzt" genannt wurde, setzte sich die Gemeinde doch fast ausschliesslieh aus Tuberkulosepatienten zusammen.

Aus Dankbarkeit für Genesung oder als Erinnerung an liebe Verstorbenen wurde die englische Gemeinde mit kleinen und grossen Gaben unterstützt, so dass die Kirche in den folgenden Jahren ausgebaut werden konnte:
- eine effizientere Heizung wurde eingebaut
- die reichverzierte Kanzel wurde von Sir Addington Symond gestiftet
- drei Chorfenster wurden geschenkt
- die neue Orgel von Willis, London, brachte eine wertvolle Bereicherung der Kirche.

Gleichzeitig entstand eine neue Sakristei, denn die bestehende musste zum Orgelraum erweitert werden. Über viele Jahrzehnte hinweg - durch zwei Weltkriege und andere schwere Zeiten hindurch - blieb die Englische Kirche ein Ort der Begegnung verschiedener Nationalitäten, aber auch eine Stätte, wo viele weinende und trauernde Menschen Beistand und neuen Mut fanden.

Probleme und die Zukunft

Leider kam die Zeit, wo die "Commonwealth and Continental Church Society" in London mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die einstige grosse englische Kolonie in Davos war bis auf ein ganz kleines Häuflein zusammengeschrumpft.

Umfassende kostspielige Reparaturen an der Kirche wurden immer dringender. Was sollte geschehen? Verkauf? Abbruch? Beinahe wäre es dazu gekommen. Im Februar 1977 standen Abbruch und Neubau eines modernen Häuserblocks in der öffentlichen Baupublikation. Ein Sturm der Entrüstung, so darf man wohl sagen, ging durch die Landschaft Davos. Mit einer Unterschriftensammlung und vielen Einsendungen in der "Davoser Zeitung" wehrte man sich gegen diesen Abbruch.
Schliesslich wurde vom Kanton Graubünden ein Abbruchverbot verfügt.

Aber welche Verwendung sollte das Gotteshaus in Zukunft finden? Als Gästezentrum, Bibliothek oder gar als Disco?

Im Jahre 1979 kaufte der "Bund Freier Evangelischen Gemeinden in der Schweiz" die Englische Kirche; damit war die Zukunft der "English Church" gesichert. Sie dient wieder dem Zweck, zu dem sie vor über hundert Jahren gebaut wurde.

Regelmässig finden Gottesdienste und Konzerte statt.
Seit der Übernahme der Kirche hat die Freie Evangelische Gemeinde Davos grosse Anstrengungen unternommen und die Kirche weitgehend renoviert.

Unter der Aufsicht der Kant. Denkmalpflege wurde die ganze Heizungsanlage saniert, das Dach neu gedeckt, das Deckengebälk von unten indirekt beleuchtet. Das Türmchen erhielt ein neues Schindeldach, und vor der Kirche entstand ein kleiner Vorplatz mit einer neu gesetzten Steintreppe. Die Kandelaber wirken fast wie echte englische Gaslampen.

Schlussendlich wurde dank einer grosszügigen Gabe im Sommer 2000 die Orgel renoviert.